Das Taubertal als natürliche Autobahn: Von Markelsheim immer dem Fluss entlang, fast ohne Anstieg, bis vor die Tore der wohl berühmtesten mittelalterlichen Stadt Deutschlands. Eine der entspanntesten und schönsten Tagestouren der Region.
40 km
Strecke
~220 Hm
Höhenmeter
2,5–3,5h
Fahrzeit
Leicht
Schwierigkeit
Rothenburg ob der Tauber — das Ziel der Tour
Wer einmal am Taubertal-Radweg unterwegs war, merkt schnell: Das Tal hat eine ganz eigene Logik. Der Fluss übernimmt die Führung, das Profil bleibt ruhig, und die Landschaft zieht einfach vorbei. Weinberge, Wiesen, kleine Dörfer, gelegentlich eine Burg auf dem Hügel. Und am Ende, nach knapp 40 Kilometern, stehst du vor den mittelalterlichen Stadttoren von Rothenburg ob der Tauber.
Diese Tour ist die Königsdisziplin des Taubertals — nicht wegen der Strecke (die ist entspannt), sondern wegen des Ziels. Kein anderer Endpunkt in der Region hat diesen Wow-Effekt: eine vollständig erhaltene mittelalterliche Stadt, die im Sommer voll von Besuchern aus aller Welt ist, die sich aber mit dem Rad ganz anders anfühlt als mit dem Bus.
Start direkt im Ortskern von Markelsheim. Du nimmst den Taubertal-Radweg Richtung Norden — also flussaufwärts Richtung Rothenburg. Die Beschilderung ist durchgehend gut, du kannst das Handy in der Tasche lassen. Die ersten Kilometer führen durch breite Talwiesen, der Weg ist flach und gut ausgebaut.
Nach sechs Kilometern passierst du Weikersheim mit seinem markanten Renaissance-Schloss. Wer das Schloss kennt, fährt durch — wer es noch nicht gesehen hat, sollte sich 30 Minuten nehmen. Der Barockgarten gehört zu den schönsten in Süddeutschland. Auf dem Marktplatz davor gibt es guten Kaffee.
Zwischen Weikersheim und Rothenburg liegen zwei der schönsten Orte des Taubertals dicht beieinander. Röttingen mit seiner komplett erhaltenen Stadtmauer, dann — kurz vor Creglingen — der Abstecher zur Herrgottskirche mit dem Riemenschneider-Altar. Ein Weltkunstwerk in einer kleinen Kapelle am Wegrand. Wer das überfährt, verpasst den besten Teil.
Ab Creglingen wird das Tal etwas enger, der Weg führt durch dichten Auwald und kleine Weiler. Tauberzell mit seiner alten Mühle ist einer jener Orte, die man als Durchfahrender kaum wahrnimmt — und die man als Radfahrer sofort liebt. Hier beginnt auch das leichteste Anstiegsprofil der Tour: das Tal steigt sachte, aber merklich. Ein guter Moment, die Unterstützung eine Stufe höher zu schalten.
Kurz vor Rothenburg verlässt du das Tal und fährst den letzten Anstieg hinauf zur Altstadt. Der Aufwand lohnt sich: Das Rödertor und die ersten Gassen der vollständig erhaltenen Altstadt sind ein Anblick, der überrascht — egal wie oft man Fotos davon gesehen hat. Fahrradstellplätze direkt am Stadteingang, dann zu Fuß in die Altstadt.
Zwischen 8 und 9 Uhr. Rothenburg ist nachmittags sehr belebt — wer früh ankommt, hat die Altstadt fast für sich. Zurück bequem mit dem Zug oder als Spätnachmittagstour.
Rothenburg liegt auf ~425 m, Markelsheim auf ~185 m. Die Rückfahrt entlang des Taubertals ist durchgehend leicht abschüssig — du kommst ausgeruhter zurück als du hingefahren bist. Mit E-Unterstützung sogar entspannter als die Hinfahrt.
Die ersten 22 km im Eco-Modus — der Taubertal-Radweg ist flach. Ab Creglingen leicht erhöhen. Der letzte Anstieg nach Rothenburg kurz vor dem Ziel auf Turbo. Rückfahrt ist vollständig downhill.
Kaffee in Weikersheim (km 6), Mittagspause in Creglingen (km 22) oder direkt in Rothenburg. Im Sommer Wasser auffüllen in Creglingen — zwischen km 22 und Rothenburg gibt es wenig Infrastruktur.
Tour auf einen Blick: